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FIDE_Schachweltmeisterschaft_Elista
---> Partien
23.9. --
13.10. 2006
Partien
und Analysen, Kommentare, Presseberichte und Bilder
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Kramnik
ist "absoluter" Weltmeister
14.10. -us
Die Skandal-WM von Elista ist entschieden -- alle atmen
auf, es ist noch einmal (knapp) gutgegangen. Aber es hätte
auch anders kommen können. Die Risiken waren enorm:
-- Gemäss WM-Reglement darf der Verlierer nicht an den WM-Ausscheidungswett-kämpfen
2007 teilnehmen (was zu Recht kritisiert wird, NZZ vom 14.10.,
S.62). Für einen der beiden heute 31jährigen könnte
das das das Karrierenende bedeuten.
-- Kramniks grossherzige Entscheidung, das Turnier "entgegen
seinen persönlichen Interessen" (s. unten) doch
fortzusetzen, hätte ihn um ein Haar Kopf und Kragen gekos-tet.
Von Runde 5 bis 9 stand er derart unter Druck, dass er chancenlos
schien. Die Intrige der Bulgaren schien goldene Früchte zu
tragen.
-- Dass Kramnik unter grösstem psychologischem Druck und
unter Gewinnzwang die 10. Partie gewinnen und gleichziehen konnte,
war eine Meisterleistung, mit der niemand mehr rechnete. Statt
5:5 hätte es eigentlich 5:4 für Kramnik stehen müssen,
was ver-mutlich auch ohne Tie-break zum WM-Titelgewinn gereicht
hätte.
-- Dass die WM lotterieartig im Tie-break entschieden werden musste,
hinterlässt einen schalen Nachgeschmack: Sportlich befriedigender
wäre gewesen, nur die am Brett gewonnenen Punkte zu werten
(also die 5. Partie zu annullieren oder nachzuholen).
-- Was, wenn Topalow gewonnen hätte? Das böse Etikett
vom "Toiletten-Weltmeister" wäre immer an ihm hängengeblieben.
Durch seine übertriebene Aggressivität hat er sich letztlich
selbst bestraft. -- Wenigstens bleibt uns jetzt das juristische
Nachspiel in Lausanne erspart.
-- Gewinner ist auch FIDE-Präsident Iljumschinow, der die
WM in extremis noch retten konnte. Wenn es ihm gelingt, die FIDE
zu professionalisieren und sich seiner dubiosen Funktionäre
zu entledigen, würden er und der Schachsport noch mehr an
Ansehen gewinnen. Wenn ...
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Ein nachdenklicher Wladimir Kramnik:
Trotz Foul-play gewonnen, aber kein Grund zum Jubeln.
"Mit welchem Gefühl reisen Sie von Elista ab?"
WK:
"Mit dem Gefühl tiefster Müdigkeit."
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Wohin in Elista,
wenn man dem WM-Getümmel entfliehen will und der Flughafen
vorsorglich gesperrt ist? Elista einmal von der besinnlichen Seite.
Den
WM-Ruhetag vom 6. Oktober -- zugleich offizieller Feiertag
in Kalmückien zu Ehren des Tempel-Jubiläums - nutzte
Wladimir Kramnik zu einem Besuch im Sakaran-Tempel von Elista,
der vor zehn Jahren in Rekordzeit erbaut wurde. Er wurde von einem
der Lamas empfangen und erhielt als Geschenk ein vom Dalai Lama
signiertes Buch über das "Glück bei der Arbeit".
Zufällig
erkannt und begleitet wurde Kramnik vom "SE"-Sonderkorrespondenten
Juri Wassiljew, von dem auch diese Bilder stammen.
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Der Löwenhund bewacht die Pforte |

Das Rad des Lebens, flankiert von zwei Einhörnern
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Der "Weisse Alte" ist Schutzpatron des
Tempels |
....................
Die 11
Meter hohe Buddha-Statue.................................Einer
der 17 "Apostel" Buddhas |
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108 Gebetstrommeln mit je 100000 Gebetszetteln |

Für den, der sie dreht, wird gebetet |

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Auf dem Weg zur
Läuterung verwandeln sich schwarze Elefanten in weisse -- bei
einigen schwarzen Schafen dauert's etwas länger ...
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Das aktuelle Zitat:
… Dieses WM-Turnier "ermöglicht der Schachwelt,
sich endlich der Illusion zu entledigen, dass alle unsere Probleme
einzig davon herrühren, dass es keinen einzigen und universalen
Weltmeister gab. Jetzt wird es diesen langerwarteten Weltmeister
geben -- egal, ob er Topalow oder Kramnik heisst --, und alle
werden sehen, dass all die Probleme, unter denen wir lange Jahre
gelitten haben, nirgendwohin entschwunden sind."
(Alexander Grischtschuk / "64 - Schachrundschau")
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| Interview
mit Wiktor Kortschnoj: "An der Stelle Kramniks wäre ich
abgereist."
Wiktor
Lwowitsch, was für einen Eindruck haben Sie von diesem WM-Turnier?
VK: Das Turnier macht einen seltsamen Eindruck. Ich schaue zu,
wie Topalow überhaupt spielt. Zuerst gibt er nach, verstellt sich,
aber dann, am Ende des Matches, gewinnt er in jeder Partie 100
Prozent aller Punkte für sich. Daher sehe ich dem Ende dieses
Wettkampfs mit Bangen entgegen.
Bekanntlich haben Sie einen Brief zur Unterstützung Kramniks
geschrieben. Wie soll sich Wladimir [Kramnik] Ihrer Meinung nach
in dieser Situation verhalten, welche Schritte soll er unternehmen?
VK: Ich bin, was selten vorkommt, gänzlich einer Meinung mit
Anatoli Karpow. Ich an der Stelle Kramniks wäre einfach abgereist.
Was glauben
Sie, ist Topalow selbst daran beteiligt, immer neuen Druck zu
erzeugen, oder macht seine Umgebung all das?
VK: Ich glaube nicht, dass seine Umgebung ohne Anweisung der Führungspersonen
handeln kann.
Was erwartet
die Aufführung der Weltmeisterschaft und den Schachsport in Zukunft?
VK: Alles Gerede, dass jemand unehrlich spielt, hinterlässt seine
Spur im Schachsport, [Zweifel] an seiner Ehrlichkeit und
Annehmbarkeit, was sehr traurig ist. Ich hoffe aber, dass künftig
Mittel und Wege gefunden werden, wie man den Umgang mit Informationen
regeln kann, damit das Schach seinen eigenen Charakter behält.
So traurig
es auch sein mag -- dank den Skandalen in Elista geriet der Schachsport
erst in die Schlagzeilen der Presse. Kann das vielleicht in gewissem
Maße dazu beitragen, den Schachsport populärer zu machen?
VK: Es fällt mir schwer zu glauben, dass dank den Toilettendiskussionen
mehr Sponsoren gefunden werden - immerhin ist das sehr schmutzige
Publicity.
Was möchten
Sie Wladimir Kramnik wünschen?
VK: Abreisen!
Interview:
A. Kentler /www.e3e5.com 6.10.2006
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"Danailow
in seinem Element" -- der Psychokrieg geht weiter und zeigt
Wirkung
"S: Danailow hat eine Pressemitteilung verbreitet, in der die Anzahl
Züge von W. Kramnik nachgezählt wird, die identisch sind mit der
Hauptvariante des Computerprogramms Fritz 9. Dabei wird kein Vergleich
gezogen mit der bei Weltklasse-spielern üblichen Anzahl von mit
dem Schachprogramm identischen Zügen, und es fehlen auch vergleichbare
Angaben zu den Zügen Topalows. Das Ziel des bulgarischen Managers
ist einzig, Zweifel an der Ehrlichkeit des Konkurrenten zu wecken
und ihn damit in den Schmutz zu ziehen. Die Grossmeister K. Sakajew
und B. Jemelin sind der Meinung, dass der angeführte Prozentsatz,
selbst wenn er nicht übertrieben ist, in Anbetracht des Charakters
der bisher gespielten Partien absolut normal ist." (Website e3e5,
St. Petersburg, 4.10.06) |
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5.10.
-us Für weitere Unruhe dürfte auch der Appell der
Grossmeister Swidler und Barejew sorgen, die FIDE-Funktionäre
Makropulos und Asmaiparaschwili abzusetzen und eine Solidaritätserklärung
für Kramnik abzugeben. -- Besonnene Kommentatoren kritisieren
den Zeitpunkt dieses Appells und rufen dazu auf, alle Streitfragen
auf später zu verschieben, damit das laufende WM-Turnier nicht
noch mehr gestört oder endgültig torpediert wird. |
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Anatoli Karpow:
"Ich hätte nicht weitergespielt"
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Interview
mit Anatoli Karpow in "64 - Schachrundschau" (Auszug)
"Ich
würde sagen, dass Iljumschinow sich mit Problemen auseinandersetzen
musste, die er faktisch selbst verursacht hatte. Denn in letzter
Zeit ist die Mitgliedschaft im Appellationskomitee (AK) gleichsam
ein "incentive" für irgendwelche Verdienste um
das Schach geworden. Aber das
ist ein Platz für Spezia-listen mit untadeligem Verhalten.
...
Allem Anschein nach hat Iljumschinow verstanden, was sie [das
AK] angerichtet hatten, aber er konnte nicht alle Folgen beseitigen.
Und falls Kramnik weiterspielt, dann läuft es darauf hinaus,
dass man ihm einfach einen vollen Punkt gestohlen hat."
-- Vielleicht hat sich das Team Kramniks nicht
ganz richtig verhalten? Sie hätten ja schon vor der [5.]
Partie Protest erheben können.
"Ehrlich gesagt, verstehe ich all diese Manöver
nicht. Absolut klar ist aber, dass die bulgarische Dele-gation
Kramnik aus dem Gleichgewicht bringen wollte und versuchte, sich
mehr Chancen zu verschaffen. Das ist ihnen gelungen. Sie haben
Kramnik regelwidrig einen Punkt abgeknöpft. Ich weiss nicht,
wie sie die [psychische] Verfassung Kramniks beeinflusst haben,
aber jedenfalls nicht positiv. Ich würde sagen, sie haben
sich einfach moralisch verwerflicher Methoden bedient. Aus AK-Sicht
war es vielleicht schwierig, sie dafür zu belangen, obwohl
man das m.E. durchaus mit Aussicht auf Erfolg hätte versuchen
können. Dies um so mehr, als Iljumschinow als FIDE-Präsident
das Recht hat, Entscheide des AK umzustossen. "
--
Iljumschinow war einverstanden, dass juristisch betrachtet ein
Punktestand von 3:2 anerkannt werden muss ...
"Iljumschinow
hat sich selbst in diese Sackgasse manövriert, aus der er
nicht so leicht wieder heraus-kommt. Natürlich ist immer
eine der beiden Parteien nicht zufrieden. Wenn wir vom moralischen
Aspekt und von der inneren Schuldlosigkeit sprechen, dann verstehe
ich nicht, wie Topalow mit einer derartigen Belastung weiterspielen
kann. Ich könnte das nicht. "...
-- Wie hätten Sie sich an der Stelle Kramniks
verhalten?
"Ich hätte den Wettkampf nicht fortgesetzt."
Interview: Oleg Pjerwakow
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| Im
Internet ist eine hitzige Diskussion pro und kontra Karpow, Kramnik,
Topalow usw. entbrannt. Die Fronten sind bezogen, und der Wortkrieg
wird bestimmt noch bis zum Ende des WM-Turniers weitergehen. |
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Offizielle
Erklärung und Protest von W. Kramnik gegen den Entscheid der FIDE
An den Präsidenten
der FIDE S.E. Kirsan Iljumschinow
An das Appellationskomitee des Wettkampfs um den Weltmeistertitel
Topalow - Kramnik
Offizielle
Erklärung und Protest gegen den Entscheid der FIDE
Am 2. Oktober
2006 erhielt mein Manager den folgenden Entscheid der FIDE:
"Morgen, am
2. Oktober 2006, um 15.00 Uhr, findet die 6. Partie des Weltmeisterschaftsmatches
beim Stand von 3:2 für Kramnik statt."
Aufgrund dieses
Entscheids möchte ich die folgende Erklärung abgeben:
1. Ich teile
mit, dass ich bereit bin, den Wettkampf unter Wahrung aller meiner
Rechte fortzusetzen. Meine weitere Teilnahme beruht auf der Bedingung,
dass meine Rechte betreffend die 5. Partie Gegenstand einer Beurteilung
im folgenden Stadium sein werden.
2. Ich bin
mit dem von der FIDE gefällten Entscheid nicht einverstanden und
lege hiermit offiziell Protest dagegen ein. Die Entscheide. die
bezüglich meiner Anträge
-- Rücktritt des Appellationskomitees
-- Öffnung der Toilettenräume in den Ruheräumen
getroffen worden sind, beweisen kristallklar, dass die FIDE einen
unrichtigen Entscheid gefällt hat.
Logischerweise
anerkennt die FIDE damit, dass gerade der Beginn der 5. Partie,
unter Verletzung der Turnierregeln und des Turnierreglements und
unter Abänderung der schon zuvor vereinbarten Regeln und Bedingungen
im Lauf des Matches ohne meine Zustimmung, ein Fehler gewesen
ist.
3. Ich bedaure
zutiefst das unsportliche und präzedenzlose Verhalten meines Konkurrenten,
dem die FIDE den Sieg in einer Partie ohne Kampf am Schachbrett
geschenkt hat, wobei er von schmutzigen Tricks Gebrauch gemacht
hat.
4. Hochrangige
Funktionäre der FIDE haben das professionelle Schach ein weiteres
Mal zur Plattform für ihr Spiel zum Erreichen ihrer Eigeninteressen
gemacht. Ich bin fest überzeugt und hoffe sehr, dass die Ereignisse,
die sich im Lauf dieses Wettkampfs zugetragen haben, ein Beweis
dafür sein werden, dass radikale Veränderungen in der professionellen
Leitung der FIDE offensichtlich unumgänglich sind.
Bei meinem
Entscheid, den ich erst von ein paar Stunden treffen konnte, musste
ich die Lage beurteilen und dabei eine Wahl zwischen meinen persönlichen
Interessen und denen der gesamten Schachwelt treffen. Es ist äusserst
schwierig, unter solchen Umständen weiterzuspielen. Aber ich kam
zu dem Schluss, weiterzuspielen unter dem Vorbehalt, Protest zu
erheben, denn ich möchte die überwältigende Mehrzahl der Schachfans
nicht enttäuschen, die schon so viele Jahre auf eine Wiedervereinigung
hoffen.
Ich habe auch
an das kalmückische Volk gedacht, das alles Mögliche für die Organisation
dieses Wettkampfs auf sehr hohem Niveau getan hat.
Last but not
least möchte ich all denen danken, die mich in diesen Tagen unterstützt
haben.
Elista, 2.
Oktober 2006
Wladimir Kramnik
Weltmeister im klassischen Schach
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| 3.10. -us
-- Was die Wertung der 5. Partie betrifft, hat Kramnik juristisch
betrachtet geringe Erfolgsaussichten, da er es versäumt hatte,
innerhalb von zwei Stunden nach Partieende schriftlich Protest einzureichen,
wie das Reglement verlangt. Präsident Iljumschinow konnte in
diesem Punkt kaum anders entscheiden, hat Kramniks übrige Forderungen
(Wiederöffnung der Toilettenräume, Rücktritt des
Appellationsausschusses) aber erfüllt. Seinem dreitägigen
energischen Verhandlungsmarathon, seinem diplomatischen Geschick
und seinem Durchsetzungsvermögen ist es zu verdanken, dass
der Scherbenhaufen vorläufig gekittet werden konnte und das
WM-Turnier überhaupt weitergeht. |
Presseberichte
Ausser in Schachkreisen
wird jetzt auch in der Weltpresse über das knapp verhinderte
WM-Desaster von Elista debattiert. Im "Wall Street Journal"
vom 2.10.06 hat sich Garri Kasparow unter dem Titel
"Chess Mess" zu Wort gemeldet. Wir brin-gen
einen Auszug. |
"It
usually takes a scandal to get the world's pre-eminent mind sport
into the news these days. ... The first four games of Kramnik-Topalow ... received scant attention in the world press. That changed when
the Bulgarians published a complaint about Mr. Kramnik's frequent
trips to the restroom during the games, calling his behavior "suspicious"
and threatening to abandon the match. The appeals committee governing
the match agreed, and ruled to close the players' private restrooms,
which would be replaced by a shared one. (How it pains me to
see such distasteful events driving the coverage of a world championship.)
Mr. Kramnik protested the decision by sitting out the fifth game
and was forfeited. Currently the match sits suspended. The clear
implication of the original protest was that Mr. Kramnik might be
cheating during his restroom visits. .... Adding irony to the tragedy
is the fact that for the past year and a half Mr. Topalow himself
has been the subject of rumors and even public accusations that
he has cheated with computer assistance. Hard evidence is lacking...
The protests and conflicts seen in the current match are of a very
different nature and reflect the complete loss of professionalism
in the sport. ... Even his closest cronies in FIDE failed Mr.
Ilyumzhinov this time. He stocked the match's appeals committee
with FIDE officials, but while he was away, their decision created
the crisis that now seems likely to end the match in ruin. Recognizing
the failure of his stated goals and low methods, Mr. Ilyumzhinov
has lately taken steps to unify the chess world and make long overdue
moves to professionalize the organization of events. This terrifies
the fixers who would be the first to go under a professional administration.
Combine this collapsing power structure with players and managers
concerned only with self-interest and making money, and what happened
in Elista was practically inevitable. In fact, most of the principal
actors in Elista stand to gain from the cancellation of the match.
Mr. Topalow was losing at the game and so he switched to gamesmanship.
If the match is aborted he can claim he wasn't defeated and so maintain
his status as FIDE champion. ..." (Auch Kramnik u.a. kriegen
im Artikel ihr Fett ab -- Hervorhebungen -us).) |
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FIDE-Schachweltmeisterschaft,
Partien
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Partie
1: Kramnik, Wladimir (2743) - Topalow
, Wesselin (2813)
Chess Championship Elista (1), 23.09.2006
[E04, Katalanisch]
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Stellung nach 12. ... Dxb5
Stellung nach
57. Ta4
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1.d4 Sf6
2.c4 e6 3.Sf3 d5 4.g3 dxc4 5.Lg2 Lb4+ 6.Ld2 a5 [eine Hauptvariante
der katalanischen Verteidigung. Weiss kann nun mit 7.Dc2 oder
7.0-0 fortsetzen. In der Rapidpartie Barejew -- Kramnik in Monaco
2005 zog Barejew 7.0-0 und dann 7…0-0 8.Sc3 Sc6 9.a3 Bc3 10.Lc3
NS5 11.Ld2 b5 12.e4 Sb6 mit Ausgleich und Unentschieden.] 7.Dc2
Lxd2+ [selten; meist wird 7. ...Sc6 gespielt] 8.Dxd2 c6
9.a4 b5 10.axb5 cxb5 11.Dg5 0-0 12.Dxb5 [Alle diese Züge wurden
schon in der Partie Grischuk - Moisejenko in Sotschi 2006 gespielt.]
La6 [Eine Neuerung, die Topalow wohl zu Hause vorbereitet
hatte.] 13.Da4 [Kramnik lehnt das Bauernopfer ab, da er
nach 13...Lb7 14. Dxd8 Txa1 15.Dxf8+ Kxf8 16.0-0 Ta2 sehr passiv
steht.] 13....Db6 14.0-0 Dxb2 [Lilow ist mit diesem Einschlag
nicht einver-standen, da nun c4 verloren geht und a5 sehr schwach
wird.] 15.Sbd2 Lb5 16.Sxc4 Lxa4 17.Sxb2 Lb5 18.Se5 Ta7 19.Lf3
[Wieder wählt Kramnik die positionelle Fortsetzung anstelle
von 19.Sbc4, wohl mit der Absicht, die Türme auf der a-Linie
zu verdoppeln. Schwarz steht schwierig.] 19...Sbd7 20.Sec4
Tb8 21.Tfb1 g5! [Ein ausgezeichneter Zug, der drei Zwecke
erfüllt: Druck auf den Bauern e2, Raum-gewinn und Feldräumung
für den König] 22.e3 g4 23.Ld1 Lc6 24.Tc1 Le4 25.Sa4 Tb4 26.Sd6
Lf3 27.Lxf3 gxf3 28.Sc8 Ta8 29.Se7+ Kg7 30.Sc6 Tb3 31.Sc5 Tb5
32.h3 [Vielleicht sollte Weiss 32.Ta2 ziehen.]32...Sxc5
33.Txc5 Tb2 34.Tg5+ Kh6 35.Tgxa5 Txa5 36.Sxa5 Se4 37.Tf1 Sd2 38.Tc1
Se4 39.Tf1 f6! [Nimmt dem Springer das wichtige Feld e5, so
dass Weiss f3 nicht angreifen kann. Schwarz hat ausreichende Kompensation,
Weiss ist gefährdeter. 39...Sd2 40.Td1 Se4 41.Tf1= ] 40.Sc6
Sd2 41.Td1 Se4 42.Tf1 Kg6 43.Sd8 Tb6 44.Tc1 h5 45.Ta1 h4 [ganz
im Angriffsstil Kasparows, aber zweischneidig] 46.gxh4 Kh5
47.Ta2 Kxh4 48.Kh2 Kh5 [48...Sg5!? 49.Ta4 Tb2 (49...Sxh3?
50.d5++- ) 50.d5+ Kh5 51.Sxe6 Txf2+ 52.Kh1 Tf1+ 53.Kh2 Tf2+= ]
49.Tc2 Kh6 [49...Kh4 50.Tc7 Sg5 51.Tc4= ] 50.Ta2 Kg6
51.Tc2 Kf5 52.Ta2 Tb5 53.Sc6 Tb7 54.Ta5+ [Richtig ware 54.
d5! gewesen, aber es ist sehr schwer, nie einen Fehler zu machen,
wenn man die ganze Partie unter Druck steht.] 54....Kg6 55.Ta2
Kh5 56.d5 e5 57.Ta4 f5? [Nun schnitzert
Topalow : 57...Sxf2! 58.Kg3 e4 59.Kxf2 Tb2+ 60.Kf1 (auf
60.Kg3 Tg2+ 61.Kf4 f2 gewinnt Schwarz!) 60...Tb1+= mit Remis durch
Zugwiederholung] 58.Sxe5 Nun hat Weiss entscheidenden Vorteil
58....Tb2 59.Sd3 Tb7 [Schwarz hatte wohl ... Td2
geplant, aber Weiss hat 60.Td4]
60.Td4 Tb6 61.d6! [Kramnik opfert den Freibauern gegen f3,
um den eingesperrten König zu befreien] Sxd6 62.Kg3 Se4+
63.Kxf3 Kg5 64.h4+! [Auf 64. … Kxh4 folgt stark 65. Sc5! mit
Bauern- und Partiegewinn. Lilow meint, Topalow hätte hier
aufgeben sollen] 64....Kf6 65.Td5 Sc3 66.Td8 Tb1 67.Tf8+
Ke6 68.Sf4+ Ke5 69.Te8+ Kf6 70.Sh5+ Kg6 71.Sg3 Tb2 72.h5+ Kf7
73.Te5 Sd1 74.Se2! Blockiert den letzten schwarzen Angriffsversuch.
74....Kf6 75.Td5! 1-0 Ein elegantes und dramatisches
Finale!
Kommentare:
Ernesto Inarkijew und Waleri Lilow
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Partie
2: Topalow
, Wesselin (2813) - Kramnik, Wladimir (2743)
Chess Championship Elista (2), 24.09.2006
Slawisches
Damengambit [D19]
Man kann Topalow
nicht vorwerfen, er habe nicht alles versucht, um gegen Kramnik
in der zweiten Partie zum Ausgleich zu kommen. Er spielte kompromisslos
auf Angriff, stand vor dem 36. Zug klar besser, zog 36. Tc1 und
gab seinen Vorteil damit ab. Besser wäre 36. Dh5 gewesen, mit
klar besserer Stellung für Weiß. Vielleicht braucht Topalow zwei
Verlustpartien, um erst mal richtig in Fahrt zu kommen. Topalow
ist ein Kämpfer. Zutrauen kann man ihm auf jeden Fall, dass er
mit der Anzahl der Partien immer besser wird. [www.schach-ticker.de]
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| :1.d4
d5 2.c4 c6 3.Sc3 Sf6 4.Sf3 dxc4 5.a4 Lf5 6.e3 e6 7.Lxc4 Lb4 8.0-0
Sbd7 9.De2 Lg6 10.e4 0-0 11.Ld3 Lh5 12.e5 Sd5 13.Sxd5 cxd5 14.De3
Lg6 Diese Position war schon einmal in einem WM-Match anzutreffen:
Petrosjan - Smyslow, Bar 1980. Nach 15.Lg6 fg 16.Sg5 Te8 17.Dh3
Sf8 18.Db3 endete die Partie unentschieden. 15.Sg5 Te8 16.f4
Lxd3 17.Dxd3 f5 Ein typischer Zug: Schwarz versucht den Königsflügel
abzurie-geln, und wenn Weiss 18. exf schlägt, schwächen
nach 18. ...Sf6 die vorgeschobenen Bauern die Felder e4 und b4 und
verbessern so die Position von Schwarz. 18.Le3 Sf8 19.Kh1 Weiss
bereitet die Öffnung des Königsflügels mit g4 vor
19....Tc8 20.g4 Dd7 [20...h6, aber dann folgt 21.Se6 Te6
22.gf Tec6 23.Tg1 und Schwarz hat Mühe, denn Angriff der beiden
weissen Bauern auf seinen König abzuwehren] 21.Tg1 Le7 22.Sf3
Tc4 23.Tg2 fxg4 24.Txg4 Txa4 25.Tag1 g6 26.h4 Tb4 27.h5 Db5 28.Dc2
Txb2 29.hxg6 h5 30.g7 hxg4 31.gxf8D+ Lxf8 32.Dg6+Was für
ein Fehler! Weiss verpasst 33. Tg4! Lg7 34.Dc7!, denn
nach 34...Df1 kann Weiss 35.Sg1 spielen 32...Lg7 33.f5
Te7 34.f6 De2 35.Dxg4 Weiss attackiert mit allen Kräften
35.... Tf7 [Was soll Schwarz nach 36.Dh5 machen?
Schwarz hat keine Züge mehr. Falls 36...Tb3, dann 37.Txg7 Txg7
38.fxg] 36.Tc1? Wieder ein Fehler -- Weiss verpasst seine
zweite Chance, und Schwarz kann wieder hoffen. Besser wäre 36. Dh5
gewesen, mit klar besserer Stellung für Weiß. 36....Tc2 Der
einzige Zug 37.Txc2 Dd1+ 38.Kg2 Dxc2+ 39.Kg3 De4 40.Lf4 Df5 41.Dxf5
exf5 42.Lg5 a5 [Was soll Weiss nach 42.a5 ziehen? Sein direkter
Angriff ist offenbar steckengeblieben. 43.Kf4 a4 44.Kf5 a3 45.Sd2
Tc7 und 46.e6 Lf6! 47.Lf6 Tc3!?] 43.Kf4 a4 44.Kxf5 a3 45.Lc1
Lf8 46.e6 Tc7 47.Lxa3 Lxa3 48.Ke5 Tc1 49.Sg5 Tf1 50.e7 Te1+ 51.Kxd5
Lxe7 52.fxe7 Txe7 53.Kd6 Te1 54.d5 Kf8 55.Se6+ Ke8 56.Sc7+ Kd8 57.Se6+
Kc8 58.Ke7 Th1 59.Sg5 b5 60.d6 Td1 61.Se6 b4 62.Sc5 Te1+ 63.Kf6
Te3 .......0-1 |

Stellung nach
63. Te3
|
|
Stellung nach
11....Lh5... .Stellung nach16....Ld3......Stellung nach 20.g4.........Stellung
nach 27...Db5......Stellung nach 31...Lxf8
|
|
Stellung nach
35...Tf7.......Stellung nach 41.,,exf5.....Stellung nach 48 Ke5........Stellung
nach 53.Kd6.......Stellung nach 58.Ke7
|
Partie
3:
Kramnik, Wladimir (2743) - Topalow , Wesselin (2813)
Chess Championship Elista (3), 26.09.2006
[E04, Katalanisch] |
1.
d4 f6 2. c4 e6 3. Sf3 d5 4. g3 Wieder katalanisch!
4. …. dxc4 5. Lg2 Sc6 Topalow wählt die seltenere Fortsetzung
anstelle von 5...Lb4.
6. Da4 Ld7 7. Dxc4 Sa5 8. Dd3 c5 9. 0-0 Lc6 10. Sc3 cxd4 11.
Sxd4 Lc5
Diese Stellung war in der Partie Tkachev - Solezhenkin, France,
2000, anzutreffen, wo Weiss nach 12.Td1 und nach 12...Lg2 13.Db5
Sd7 14.Kg2 a6 15.Dd3 Le7 16.Lf4 Tc8 17.Sf3 Vorteil erlangte und
gewann.
12. Td1: Schwer zu sagen, ob Kramnik sich an die erwähnte
Partie erinnert, aber Topalow brauchte volle 20 Minuten für
diesen Zug. Die Vorbereitungen sind nun abgeschlossen, und das Spiel
kann beginnen. Schwarz kann jetzt die Stellung mit 12...Ld4 13.Dd4
Dd4 14.Td4 Lg2 15.Kg2 Sc6 16.Td1 0-0!? vereinfachen (es ist verlockend,
den König im Zentrum stehen zu lassen, aber auf 16...Ke7 folgt
unangenehm 17.b3!). Weiss hat die Initiative, die Stellung ist nahezu
ausgeglichen.
12....Lxg2 Ein riskanter Zug
13. Db5! Richtig! Zwingt den Springer auf das ungünstige
Feld d7, wo er im Blickfeld von Turm und Dame steht.
13. … Sd7 14. Kxg2 a6 15. Dd3 Tc8: Ein neuer Zug, der vermutlich
am Brett erfunden wurde. 15...Sf6!? ist erwähnenswert zur Vorbereitung
der Rochade.
16. Lg5 Le7 Der Läufer darf nicht geschlagen werden
wegen 16…Dg5? 17.Se6! De7 18.Sg7 Kd8 19.Sd5 Dd6 20.b4 und Weiss
gewinnt
17. Lxe7 17.Se4!? sieht stärker aus. Auch hier kann
Schwarz den Springer nicht schlagen wegen 17…Lg5? 18.Sd6 18…Kf8
(if 18…Ke7 ?? 19.Sc8 Dc8 20.Da3! Dc5 21.Dc5 Sc5 22.b4) 19.Sc8 Dc8
20.Sf3 mit Doppelangriff auf g5 und d7. Verliert einen Bauern und
verhindert die Rochade. 17…0-0? 18.Se6 fe 19.Le7 De7 20.Dd7.
17. …Dxe7 18. Tac1 Weiss wirft seine letzte Figur ins Gefecht.
Der schwarze Turm auf h8 kann nicht in den Kampf eingreifen.
18. ... Sc4 18…0-0 19.Se6! führt zu Bauernverlust
19. Sa4 Versucht die Konsolidierung der schwarzen Figuren
zu verhindern. Auf Sce5 folgt die kurze Rochade im nächsten
Zug.
19. … b5 Eine gute Lösung: nach 19…Scb6 20.Tc8 Sc8
21.Tc1 mit der Idee Tc7 steht Weiss besser.
20.
b3 0-0
Endlich! 21. bxc4 bxa4 22. Sc6 Forciert den Übergang
in ein vorteilhaftes Endspiel.
22. …Txc6 23. Dxd7 Es ist schwer, den Abtausch 23...Dxd7
24.Txd7 zu vermeiden, und die Antwort auf 24...Tfc8 (falls 24...Tb8,
dann 25.Tb1!) ist der hübsche Zug 25.Tb7 mit der Idee Tb4.
Weiss hat Vorteil
23. Dc5 Weiss hat bessere Chancen, wenn die Damen auf dem
Brett bleiben.
24. Tc3 Weiss manövriert seine Türme professionell:
Ein Turm geht über b1 nach b7, der andere steht bereit, um
nach f3 den Angriff auf f7 zu unterstützen
24.
… g6 25. Tb1 h5 Schwarz hat Mühe, Gegenspiel zu erlangen.
26. Tb7 e5 Bereitet die Verteidigung des Bauern f7 vor.
27. e4 Tf6 28. Tc2 Da3 29. Dd1 Td6 30. Td2 Tfd8 31. Td5! Txd5
Weiss hat die Wahl zwischen exd5 und
32. cxd5 Richtig wäre exd5! gewesen, mit der
Folge 32. ..Dxa2 33. Dd3! Da1!? (auf 33...a3 folgt stark 34.d6 und
danach Dd5) 34.d6! (mit der Drohung Dd5) 34...Dd4 35.Dxd4 exd4 36.c5.
Die schwarzen Freibauern werden gestoppt, und die weissen Bauern
entscheiden die Partie.
32. ... Dxa2 33. Df3 Tf8 34. Dd3 Weiss verteidigt den Freibauern
im Zentrum, hat eine aktive Stellung und hat somit Vorteil. Schwarz
muss aktiv werden und Gegenspiel suchen, sonst schlägt Weiss
einen a-Bauern nach dem anderen.
34. …a3 Weiss muss aufpassen, denn Schwarz hat auf den natürlich
scheinenden Zug 35. Tb3? den Konter 35. ... f5!
35. Tb3 f5 Weiss hat seinen ganzen Vorteil eingebüsst.
Nun ist ein Remis möglich: 36.Da6! Dxb3
37. Dxg6+ Kh8 38. Dh6+ Kg8 unentschieden ½: ½
Kommentar: Ernesto Inarkijew
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Stellung nach
16. Lg5

Stellung nach
22. Sc6

Stellung nach
31. ... Txd5
Stellung nach 35. Tb3
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Partie
4:
Topalow , Wesselin (2813) - Kramnik, Wladimir (2743)
Chess Championship Elista (4), 27.9.2006
Slawisch [D47]
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1.d4 d5
2.c4 e6. 3.Sc3 Sf6 4.e3. Eine Neuerung -- natürlich nur in
diesem Wettkampf. 4... e6 5.Sf3 Sbd7 6.Ld3 dxc4 7.Lxc4 b5 8.Ld3
Lb7 9.a3 b4 10.Se4 Sxe4 11.Lxe4.
11...bxa3
12.0-0. Diese Variante hat Kramnik in der Praxis mehrfach
erprobt, z.B. in seiner Partie gegen Iwantschuk (1994), die nach
12...axb2 13.Lxb2 Sf6 14.Ld3 Le7 15.Tb1 Tb8 16.Txa7 Db6 17.Da2
0-0 18.Tb1 Ta8 19.Txa8 Txa8 20.Dc4 La6 21.Dc2 Lxd3 22.Dxd3 Db5
23.Se5 Tb8 24.Dxb5 Txb5 25.Sc4 unentschieden endete.
12...Ld6 13.b3 Sf6. Und jetzt die wirkliche Neuerung. In
der Partie Lugowoj - Jewsejew wurde 13...De7 14.Dc2 0-0 15.Lxh7+
Kh8 16.Ld3 c5 17.De2 cxd4 18.Se5 gespielt mit weisser Inititative.
14.Sd2!? Eine frische Idee. Gewöhnlich wird in solchen Stellungen
der weisse Läufer quasi automatisch nach Ld3 gezogen. Mit der
Fortsetzung 14...Lxh2+ 15.Kh2 Sxe4 16.Sxe4 Dh4+ 17.Kg1 Dxe4 kann
Kramnik einen Bauern gewinnen, aber nach 18.f3 Dg6 19.Lxa3 wird
die unterschiedliche Stärke der Läufer spürbar; überdies hat Schwarz
Probleme mit seinem König.
14...Dc7 15.Lf3. Topalow , der blitzschnell spielt, bietet
seinem Gegner erneut an, sich auf h2 an "Bauernfleisch" gütlich
zu tun. 15...Lxh2. Die Herausforderung wird angenommen! 16.Kh1
Ld6 17.Sc4 Le7 18.Lxa3 In Anbetracht der deprimierenden Lage
des Läufers auf b7 erscheint das Bauernopfer als völlig gerechtfertigt.
18...0-0.
19.Lxe7
Dxe7 20.Ta5 Tfd8. Schwarz steht passiv, hat aber einen Mehrbauern,
den er jederzeit zurückgeben kann, z.B. mit c6-c5. Das muss Weiss
immer im Auge behalten -- es kommt nur darauf an, den richtigen
Moment dafür nicht zu verpassen.
21.Kg1! Ein tiefgründiger Vorbeugungszug, der früher oder
später ohnehin von Nutzen sein wird.
21...c5. Mit diesem Zug, den wir und sicher auch Topalow erwartet
hatten, gibt Schwarz Material zurück.
22.Txc5 Se4. Keine eindeutige Entscheidung. Jetzt drängt
sich der Tempozug 23.Lxe4 Lxe4 24.Dg4 mit Aktivierung des bisher
untätigen Turms f1 auf. Eine Alternative wäre der Abtausch 22...Lxf3
23.Dxf3 Tac8 (bloss nicht 23...Tab8? wegen 24.Sa5 und der Springergabel
auf c6).
23.Lxe4 Lxe4 24.Dg4 Ld3.
Mit der klar erkennbaren Absicht, die letzten zwei Leichtfiguren
vom Brett zu entfernen und das gestrige Schwerfigurenendspiel
fortzusetzen.
25.Ta1. Auf den verlockenden Zug 25...Tac8 könnte 26.Txc8
Txc8 27.d5! folgen. 25...Tac8. Falls Weiss mit der genannten
Variante 26.Txc8 Txc8 fortsetzt und Schwarz 27.d5 mit 27...Lxc4
28.bxc4 h6 beantwortet, erhält Weiss im Turm-endspiel nach 29.Dd4
exd5 30.cxd5 Dc5 31.Dxc5 Txc5 32.e4 ein geringes Übergewicht.
26.Taa5 (Diagramm)
26. ...Tb8. Hier kann man so spielen, da in der Variante
27.Se5 Txb3 28.Sc6 Dd6 die Antwort 29.Sxd8 nicht möglich ist wegen
29...Tb1#. Für Weiss empfehlenswert ist 27. Sd2, um die Spannung
aufrechtzuerhalten.
27.Dd1 Le4.
28.Da1.
Natürlich darf b3 nicht geschlagen werden wegen der Gabel
auf d2
28...Tb7 29.Sd2. Die Bauernschwäche a7 kompensiert die
entsprechende Schwäche auf b3; trotzdem ist die Stellung von Weiss
vorzuziehen.
29... Lg6 30.Dc3 h6 31.Ta6 Kh7. Mit
seinem letzten Zug macht Topalow das Feld a5 für den Springer
frei, so dass sich der folgende Zug aufdrängt.
32.Sc4 Le4 33.f3 Ld5 34.Sd2. Nach 33. f3 wäre die weisse
Stellung geschwächt, und Schwarz hätte eine Remisvariante durch
Damenschachs auf h4 und e1 zur Verfügung.
34...Tdb8 35.Dd3 f5! Falls
35...Kg8, dann 36.e4 Lxb3 37.Tc3 Dh4 38.Ta1 und der Läufer wird
gefangen.
36.Tc3 Dh4. Das Fehlen des h-Bauern macht sich bemerkbar.
37.Ta1 Dg3 38.Dc2. Erneut droht e3-e4.
38...Tf7. Macht einen wichtigen Abschnitt der Diagonale
für den Läufer frei
39.Tf1. Wie es scheint, ist die weisse Initiative verpufft,
und Topalow konsolidiert seine Kräfte auf einem andern Teil des
Bretts.
39...Dg6.
40.Dd3. Man könnte Kramnik den aktiven Zug h5 vorschlagen,
aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir diesen Zug auf dem
Brett sehen werden. Wenn es möglich wäre, dem Gegner die Zugsreihenfolge
zu übermitteln, würde Kramnik dies wahrscheinlich tun. 40...Dg3.
Schwarz ist bereit, in ein Unentschieden einzuwilligen, aber …
41.Tfc1. Noch sind die Kampfressourcen nicht erschöpft,
daher sind von Topalow keine Kompromisse zu erwarten.
41...Tfb7. Weiss hat eine verlockende Gewinnvariante: 42.e4
fxe4 43.Sxe4 Dg6?? 44.Sf6+!! gxf6 45.Tc7+. Aber Kramnik muss sich
natürlich darauf nicht einlassen. Zu vollem Ausgleich führt 43...Lxe4
44.Dxe4 Dg6
42.Dc2. Das Treten an Ort geht weiter und wird allmählich
ermüdend.
42...Dg5 43.Ta1 Eine der hübschesten versteckten Varianten
dieser Phase ist 43.e4? Lxb3! und der Turm c1 hängt.
43. ...Df6 44.Dd3 Td7. Die Spielpause erinnert an einen Werbespot
-- man könnte teetrinken gehen oder zum Zeitvertreib ein Spielchen
machen …
45.Ta4
45...Tbd8 46.Tc5 Kg8 47.Sc4 Lxc4. Endlich kann man sich wieder
der Partie zuwenden! 48.Taxc4. Beachtung verdient 48...f4.
48...f4 Ausserdem
möglich ist 49.De4 fxe3 50.Te5 Td5 51.Txe6 Txd4 52.Txf6 Txe4 53.Txe4
gxf6 54.Txe3 mit Remis.
49.Tc6 fxe3 50.Dxe3 Txd4. Nun ist die Remisabwicklung unvermeidlich
51.Txe6 Dh4 52.Txd4 Dxd4 53.Te8+ Kh7 .....1/2 - 1/2
Kommentar:
GM Sergej Sagrjebelnyi und Mihail Marin
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Stellung nach
19.Lxe7 Dxe7

Stellung nach 26.Taa5
|
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Pressekonferenz:
Eine Partie zum Kaffeetrinken?
Kramnik: "Ich dachte mehr an die Champion's League..."
Die Pressekonferenz nach der 4. WM-Partie dauerte nur kurz, denn
beide Kontrahenten wollten so schnell wie möglich nach Hause,
um am Fernsehen die Fussballmatches der Champion's League zu verfolgen:
Topalow fieberte mit dem bulgarischen Team Levski Sofia gegen
Chelsea mit (1:3), während Kramnik als Fan von Spartak Moskau
ein 1:1 gegen Sporting Lissabon miterlebte. -- War
die vierte Partie deswegen langweilig, wie einige Kommentatoren
meinten?
Wesselin Topalow (VT): Die Eröffnung der 4. Partie war
ein Theorieduell, danach hatten wir ein interessantes Spiel voller
Spannung, wenn auch für Anfänger schwer verständlich war, was
auf dem Brett ablief. . Einmal dachte dachte, ich hätte Stellungsvorteil,
aber wahrscheinlich hätte ich den Zug Ld5 durch f3 verhindern
und meinen Springer auf c5 postieren sollen, wonach die Fortsetzung
auch nicht einfach ist. -- Statt 35. Dd3+ hätte ich wohl besser
35. e4 gespielt und dafür den Bauern b3 geopfert. Schwarz verteidigt
dann zwar seinen Läufer, hat aber keine gute Fortsetzung. Das
war vielleicht meine beste Chance. Alles in allem war es ein interessanter
positioneller Kampf.
Wladimir Kramnik (WK): Zuerst dachte ich, wir könnten
die Partie in 2 Stunden hinter uns bringen. Ehrlich gesagt, dachte
ich in der Endphase der Partie mehr an die Fussballspiele der
Champion's League, die ich ja nicht verpassen wollte. Ja, die
Partie war wohl etwas langweilig, aber das ist sicher das einzige
Mal. Und es gab auch hier einige spannende Momente.
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Partie
5:
Kramnik
nicht angetreten -- 0 : 1 für Topalow wegen Zeitüberschreitung
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Protest
von Kramnik ist hängig |
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Partie
6:
Topalow , Wesselin (2813) - Kramnik, Wladimir (2750)
Chess Championship Elista (6), 2.10.2006
Slawisch
[D47]
1.d4 d5
2.c4 c6. 3.Sc3 Sf6 4.Sc3 dxc4 5.a4 Lf5 6.Se5 e6 7.f3 c5
8.e4 Lg6 9.Le3 cxd410.Dxd4 Dxd4 11.Lxd4 Sfd7 12.Sxd7 Sxd7 13.Lxc4
a6 14.Ke2 Tg8 15.Thd1 Tc8 16.b3 Lc5 17.a5 Ke7 18.Sa4 Lb4 19.Sb6
Sxb6 20.Lxb6 f6 21.Td3 Td6 22.h4 Tac8 23.g4 Lc5 24.Tad1 Lxb6 25.Td7+
Kf8 26.axb6 Txb6 27.T1d6 Txd6 28.Txd6 Tc6 29.Txc6 bxc6 30.b4 e5
31.Lxa6
.....1/2 - 1/2
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Kommentar
von GM K. Sakajew / W. Jemelin:
"Die moderne Theorie kann einen bisweilen in eine Sackgasse
führen, wie dies heute Wesselin Topalow passierte. Dass es in der
6. Partie nicht zu einem echten Kampf kam, ist auf die bessere Eröffnungs-vorbereitung
Wladimir Kramniks zurückzuführen. In dem gleich nach der Eröffnung
entstandenen Endspiel hatte Weiss nur symbolisches Übergewicht,
und für einen technisch so beschlagenen Spieler wie Kramnik war
es ein Leichtes, Remis zu halten. Zweifellos werden die folgenden
Partien des Turniers mehr kampfbetont sein, und der heutige kleine
"Spaziergang" (immerhin 3 Stunden lang! -us) war nur die
Ausnahme von der Regel. " |
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Partie
7:
Nach der ersten Turnierhälfte werden die Farben gewechselt.
Deswegen spielt Topalow die 7. Partie wieder mit Weiss.
Topalow , Wesselin (2813) - Kramnik, Wladimir (2750)
Chess Championship Elista (7), 4.10.2006
Damengambit [D27]
1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.e3 e6
(andere Fortsetzungen sind 4...Lf5 und
4...a6) 5.Ld3 dxc4 6.Lxc4 c5. Hier kommt der Abschied von
der slawischen Eröffnung -- eine gut bekannte Position des
Damengambits ist entstanden
7.0-0 a6 8.Lb3 cxd4. Warum beeilt sich Schwarz mit diesem
Abtausch? - 8...Sc6 erlaubt die folgende Umgruppierung: 9.De2
cxd4 10.Td1 Le7 11.Sc3 0-0 12.Sxd4 Sxd4 13.exd4 Sd5 14.Df3 Sxc3
15.bxc3 Dc7 16.Lf4. Mit dem genaueren Zug 16.c4 erhält Weiss
gefährliche Initiative: 16...Ld6 17.Lxd6 Dxd6 18.c4 Tb8 19.Tac1
Ld7 20.c5 Dc7 21.d5 (Lékó--Karpow, Ungarn, Rapid
2006).
9.exd4 Sc6 10.Sc3 Le7
11.Te1. Wladimir setzte gegen Anand wie folgt fort:
11.Lg5 0-0 12.Dd2 Sa5 13.Lc2 b5 14.Df4 Ta7 15.Tad1 Lb7 16.d5 Lxd5
17.Sxd5 exd5 18.Dh4 h5 19.Tfe1 Sc6 20.g4!, und der weisse Angriff
führte zum Partiegewinn (Kramnik-Anand, 2001).
11...0-0 12.a4. Hier kommt die erste theoretische Überraschung.
Der Standardzug 12.a3 wird angemessen mit Sa5 und b5 beantwortete.
Der Textzug nimmt Schwarz diese Möglichkeit. Anderseits erhält
der schwarze Springer auf c6 die Kontrolle über das Feld
b4, von wo er das Zentrumsfeld d5 kontrollieren kann. -- An der
Pressekonferenz sagte Topalow, dass die folgenden Züge ganz
natürlich waren und kein tiefgründiges Nachdenken erforderten.
Meinte er das wirklich ernst? 12.a3 Sa5 13.Lc2 b5 14.d5!? führt
zu Blutvergiessen.
12...Ld7 13.Se5 (Topalow nutzt den Umstand, dass das Feld
d4 vorübergehend nicht angegriffen wird ) 13.... Le8 14.Le3
Tc8 15.Tc1 Sb4. Ich sehe keine sinnvolle Alternative zum folgenden
Zug: 15...Dd6 16.Sc4 Db4? ist offensichtlich erfolglos wegen 17.Sa2+-.
16.Df3 Lc6 17.Dh3. Die Alternative 17.Dg3 Ld5 18.Sxd5
Sfxd5 19.Ld2 gibt Weiss ebenfalls eine gewisse Initiative, während
Schwarz ein solides Spiel hat.
17...Ld5 18.Sxd5 Sbxd5 19.Tcd1 (Der Figurenabtausch
begünstigt den Verteidiger) 19...Tc7?! Zu passiv. Die Stellung
erfordert energischere Züge, z.B. kann Schwarz mit 19...Db6
20.Lg5 (20.Lxd5 exd5) 20...Tfd8 seine Entwicklung abschliessen,
aber Weiss hat mit 21. Td3 einen klaren Angriffsplan und steht
daher besser.
20.Lg5 Dc8 21.Df3. Ohne nachzudenken gespielt. .. Der Vorstoss
des h-Bauern ist keine neue Idee, erscheint hier aber als ziemlich
künstlich -- warum hat dann die Dame nach h3 gezogen? Vielleicht
hätte Weiss besser den Turm auf die 3. Reihe stellen sollen.
Nach 21.Td3 Td8 22.Dh4 Kf8 steht Schwarz aussichtslos ohne Gegenspiel
da.
21...Td8 22.h4 h6. In vielen Isolani-Stellungen muss Schwarz
mit solchen Schwächungen des Königsflügels sehr
vorsichtig sein, weil der Bauer h6 ein gutes Angriffsziel für
Opfer und den Bauernsturm ist.
23.Lc1. Alles ist für den Vorstoss des g-Bauern vorbereitet.
Der weisse Plan sieht gefährlich aus, und Schwarz muss sofort
Gegenmass-nahmen ergreifen.
23...Lb4 24.Tf1 Ld6. An der Pressekonferenz hörte
ich, wie die beiden Spieler diese Stellung beurteilten. Kramnik,
der Ld6 geplant hatte, zog den taktischen Trick 24. ... Sc3 nicht
ernsthaft in Betracht und hatte recht damit. Topalow antizipierte
diesen wagemutigen Zug und berechnete die daraus entstehenden
Komplikationen. Er war der Meinung, dass Weiss nach 24...Sc3 25.Lxh6
(andere Fortsetzungen geben Schwarz mindestens ein bequemes Spiel)
25...Sxd1 26.Txd1 "sehr gefährlichen Angriff" erhalte.
Man kann seine Einschätzung nur bestätigen -- er hat
ein ausgezeichnetes Feeling für solche Stellungen. Dennoch
erscheint die Position von Schwarz spielbar; nach 26...Sd5 27.Dg3
f6 28.Sd3 Ld6 29.Dg4 Te8 usw. ist kein forcierter Verlust der
Partie abzusehen.
25.g3. Man wundert sich, weshalb Topalow nicht das aggressive
und vielversprechende 25.g4! spielte. Nach 25....Lxe5 26.dxe5
Sd7 27.g5! (27.Dg3 Sc3!; 27.Lxd5 Sxe5 28.Dg3 Txd5 29.Txd5 exd5
30.Lf4 Tc4!) 27...h5 (besser ist vielleicht 27...hxg5 28.Lxg5
Te8 29.Dg3 Kh8) 28.Dxh5 Sxe5 29.De2 Sg6 30.De4 sind die schwarzen
Springer eingesperrt, und es ist nicht klar, wie Schwarz den weissen
Bauernsturm überstehen kann.
25...b6 26.De2 (wieder ist 26.g4 sinnvoll) 26...Se7!
27.Tfe1. Jetzt ist 27.g4 zwecklos wegen 27...Lxe5 28.dxe5
Txd1 29.Dxd1 Sxg4-+.
27...Lxe5. Ein Vereinfachungsversuch, der nicht auf der
Hand liegt! Natürlich geht 27...Lb4? nicht wegen 28.Lxf7+-.
Aber nach 27...Sfd5 geht der andere Springer nach d5, und Schwarz
steht solid.
28.dxe5 Txd1 29.Dxd1 Sfd5 30.Ld2 Tc5 31.Dg4 Sf5 32.De4 b5 33.h5?!
(33.a5 behält eine gewisse Initiative) 33...bxa4! 34.Dxa4
Tb5 35.Tc1 Db7 36.Lc2 Sb6! Der unbedachte Turmzug 36...Txb2?
hätte traurige Folgen: 37.g4 Sh4 38.De8#.
37.Dg4 Txb2 (37...Sd7 ist interessant) 38.Le4.
Topalows Kampfeswille ist bewundernswert. Der Bulgare nimmt die
Gelegenheit zum Materialausgleich nicht wahr, sondern hält
lieber einen leichten Druck aufrecht.
38...Dd7 39.Le1 Sd5 40.Ld3?! Ein Überseher -- Weiss
hätte mit 40.Td1 - 40...Sfe7 41.Ld3 f5 (gibt es einen anderen
Weg, das Eindringen der Dame auf h7 zu verhindern?) 42.exf6 Sxf6
ein paar Fallen stellen können, mit der für ihn typischen
Fortsetzung 43.Lg6! Sxg4 44.Txd7 Sxg6 45.hxg6 mit Initiative,
aber einem Bauern weniger.
40...Sb4! 41.Lf1! Topalow nimmt allen Mut zusammen, um
eine lange Variante auszurechnen, die ihm erlaubt, das Unvermeidliche
zu vermeiden. Andere Züge wie 41.Lxb4 Dxd3; 41.Lxf5 exf5
42.Df3 Sd5 43.Td1 Tb5 oder
41.Lc3 Sxd3 42.Lxb2 Sxc1; 41.Df3 Sxd3 42.Tc8+ Kh7 43.Da8 Dxc8
44.Dxc8 Sxe1;
41.Lb1 Sd3 42.Td1 (42.Dd1 Sxe5 43.Dxd7 Sxd7 44.g4 Se7) 42...Sxe5
43.Txd7 Sxg4;
41.Le4 Sd3 42.Lc3 Sxf2 führen in fast allen Varianten zu
entscheidendem Vorteil für Schwarz.
41...Sd3 42.Dd1 Sxe5 43.Dxd7 Sxd7 44.Tc8+! Falls 44.Lxa6
Tb8 könnte ein 100-Züge-Endspiel mit offenem Ausgang
folgen.
44...Kh7. Nach 44...Sf8 45.Ta8! Tb1 46.Ld2 hat Schwarz
keine Gewinnchancen, und wegen des auf der Grundlinie festgenagelten
Königs kann Schwarz keine Fortschritte machen. Auch 46...e5
(46...Sd4 47.Kg2) 47.Kg2. 45.Tc7! Tb1. 45...Sf6 46.Txf7 Tb1 (oder
46...Sxh5 47.g4 Tb1 48.Lc3 Sd6 49.Te7 Se4 50.Le5 Shf6 51.f3 Sd2
52.Lxf6 Txf1+ 53.Kg2 Txf3 54.Txg7+ Kh8 55.Lb2 Tb3 56.Lf6 Tf3=)
47.Lc3 Se4 48.Tc7 Sxc3 (48...Tc1 49.Le5 Txc7 50.Lxc7=) 49.Txc3
führt unvermeidlich zum Ausgleich.
46.Txd7 Txe1 47.Txf7 (auch möglich ist 47.Kg2 Kg8
- 47...f6? 48.Ld3 Kg8 49.g4 - 48.Td8+ Kh7 49.Td7 mit Zugswiederholung)
47...a5 48.Kg2 Kg8 49.Ta7 Te5. Schwarz hält remis,
sogar wenn er den a-Bauern verliert: 49...a4 50.Txa4 Kf7, und
der König auf f6 garantiert Schwarz den halben Punkt . --
50.g4 Sd6 51.Ld3 Kf8 52.Lg6 Td5 53.f3 (53.f4 e5!) 53...e5
54.Kf2 Td2+ 55.Ke1 Td5 56.Ke2 Tb5 57.Td7 Td5 58.Ta7 Tb5 59.Ld3
Td5 60.Lg6. .........1/2
- 1/2
Kramniks Spiel überzeugt! Man hat den Eindruck, dass er nicht
an seinem Limit spielt, sondern nur pflichtgemäss den weissen
Anzugsvorteil seines gefährlichen Gegners neutralisiert.
Kommentar:
GM Wladimir Bjelow
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Partie
8:
Kramnik, Wladimir (2750) - Topalow , Wesselin (2813)
Chess Championship Elista (8), 5.10.2006
Slawische Verteidigung [D47]
1.d4 d5
2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 e6 5.e3 Sbd7 6.Ld3 dxc4 7.Lxc4 b5 8.Le2.
Not the main line, but nevertheless is quite poisonous. Topalov
admitted that he did not foresee this variation, but still was
ready to surprise his opponent.
8...Lb7 9.0-0 b4. 9...a6 10.e4 c5 leads to positions of
a different kind. Topalov's second Francisco Vallejo played this
variation a few times, but Topalov goes his own way.
10.Sa4 c5!? In most games Black did not strive for immediate
opening of the play, preferring quiet developing plan Le7 and
0-0. Veselin takes conscious risk, aiming at complications with
his pieces sleeping on the back rank.
11.dxc5 Sxc5. Strangely, 11...Lxc5 was the main move earlier,
giving White a small plus due the two-bishop advantage:
12.Sxc5 Sxc5 13.Dd4. 12.Lb5+ Scd7 13.Se5. This looks anything
but harmless. However, Veselin is backed by powerful home analysis,
which is a more weighty argument than «seems dangerous», «looks
precarious» etc.
13...Dc7 (13...a6? loses indecently quickly: 14.Lxd7+
Sxd7 15.Dxd7+ Dxd7 16.Sxd7 Kxd7 17.Sb6+)
14.Dd4. Vladimir makes a predictable move. It would have been
interesting to try anti-positional but optimistic 14.f4. One could
even give sample and obviously cooperative line:
14...Ld6 15.Ld2 Lxe5 16.Lxb4!? Lxg2 – a worthy reply to White’s
creative improvisation:
17.Kxg2 Db7+ 18.Df3 Dxb5 19.Dxa8+ Lb8 20.a3! Dxa4 21.Tac1 Da6
22.Tc6 De2+ 23.Kg1 Dxe3+ 24.Tf2+–.
14...Td8 15.Ld2. Greed is not appropriate here, which is understood
from the following variation: 15.Sxd7 Sxd7 16.Dxa7 Ld6 17.f4 0-0
18.Ld2 Sf6 19.Tac1 De7, and one cannot hold tears looking at White’s
pieces.
15...Da5 16.Lc6 Le7. Keeping cool under fire. It transpires
that White hasn’t created threats, and Black spared a tempo for
development. We shall not disregard materialistic
16...Lxc6 17.Sxc6 Dxa4 18.Sxd8, and now 18...Le7!? forces
White parting with what remained of his cavalry (after 18...Kxd8
19.a3 Black is in trouble) 19.Sxe6 fxe6, albeit there is no reason
to be sad, because White is better after 20.a3.
17.Tfc1!? Vladimir is ready to give up the material in order
to maintain the tension. A praiseworthy decision, especially if
B follows A. The game calms down after 17.b3 0-0 18.Lxd7 Sxd7
19.Sxd7 Lc6 20.De5 Dxe5 21.Sxe5 Lxa4 22.Lxb4!? Lxb4 23.bxa4 Lc3
24.Sc6 Lxa1 25.Sxd8 Txd8 26.Txa1 Td3, and the handshake is coming.
17...Lxc6. Topalov picks up the gauntlet, and does not miscalculate.
After a melancholic 17...0-0 White enjoys certain initiative:
18.Sc4. 18.Sxc6 Dxa4 19.Sxd8. It is not easy to blame Kramnik’s
inconsistency, as the position after natural piece sacrifice 19.
Sxe7 (at once or after intermediate 19.b3) is too unclear to go
for it in a world championship match. After the game Veselin was
very skeptical about correctness of the sacrifice, while Vladimir
surmised that one should play it, although it looks too dashing.
This position calls for detailed analysis, but one can spot a
couple of ideas even under the limited time. Let’s see: 19.b3
Db5 20.Sxe7 Kxe7 21.Lxb4+ Ke8 (Black’s king is alluring, but is
there anything concrete?) 22.Td1 (all ‘mechanisms’ vote for this
move; 22.Dd6 gives nothing in view of 22...Sd5, while self-suggesting
22.Tc7 is met by 22...Sd5 23.Dxg7 Dxb4 24.Dxh8+ Ke7 25.Txd7+ Txd7,
and Black is just fine) 22...De5!? (less convincing is 22...Db6
23.Dc3, and it is not easy to find the way for Black to unpin,
while White’s attack develops naturally: Td6, Tad1: 23...Tg8 24.La5
Db7 25.Lxd8 Kxd8 26.Dc5) 23.Dxa7 Sd5 (it seems Black solved the
problem with his king at cost of a pawn, but let us not forget
the rules of chess: the king that has moved cannot castle!) 24.La5
Tc8 (now there are a few ways of continuing the attack) 25.e4!?
Dxe4 26.Td4 Df5 27.Te1, and it is difficult for Black to untie.
Original 19.a3 unfortunately fails to 19...Sc5! 20.Sxd8 Sb3. 19.Lxb4
is also insufficient because of 19...e5 20.Dh4 Lxb4 21.Sxd8 Kxd8
22.a3 Ke7 23.axb4 Tc8!, answering all questions.
19...Lxd8 20.Dxb4. Kramnik has nothing against the endgame
that he called ‘drawish’ at the press conference. During the game
it felt as if White can claim an advantage, because a rook and
an edge pawn is sufficient equivalent to two knights. However,
the further course of the game showed that it is not that simple,
and both sides must display certain caution. Let us assume that
a more vivacious 20.b3 Db5 21.Lxb4 should have been preferred.
20...Dxb4 21.Lxb4 (Kramnik explained his choice by missing
next two strong moves of the opponent) 21...Sd5! 22.Ld6 f5!
Hitting two birds: preventing ?3-?4 and vacating the f7-square
for the king.
23.Tc8 (primitive pawn push allows Black to regroup with comfort:
23.b4 S7b6! 24.a4 Kd7) 23...S5b6. The rook must be restricted!
24.Tc6 Le7! Black slowly unties! 24...Kf7 is dangerous:
25.a4 a5 26.b4 Lf6?! 27.bxa5! Lxa1?! 28.axb6 Ta8?! 29.b7 Txa4
30.Tc7.
25.Td1! Kf7 26.Tc7. After the game Vladimir said that maybe
he should have preferred an endgame with three pawns for a piece:
26.Lxe7 Kxe7 27.Tdd6 Sb8! 28.Txe6+ Kf7 29.Txb6 axb6 30.Txb6. «Black
is better, but White has decent drawing chances». We can only
agree with him... On the other hand, is everything so desperate
for White after the text-move? Let us try to investigate.
26...Ta8! I would like to underscore Topalov’s correct strategic
decision to keep the rooks on board. In case of 26...Tc8 27.Txc8
Sxc8 28.Lxe7 Kxe7 29.f3 only White plays for a win.
27.Tb7 Ke8 28.Lxe7 Kxe7 29.Tc1. - 29.f3 deserves attention.
This note can be cloned for next few moves... It seems useful
for White to bring the king to the center, in addition obtaining
an opportunity to drive the Black’s knight from e5, and prevent
his own kingside from being locked, as it happened in the actual
game.
29...a5 30.Tc6 Sd5 31.h4. Starting here, the Russian’s play
leaves the spectator unim-pressed. It took more than ten moves
to obtain a hopeless position from a durable one.
31...h6 32.a4 g5 33.hxg5 hxg5 34.Kf1 g4! (re-read the note
to White’s 29th move)
35.Ke2 S5f6 36.b3?! So far White’s position remained defendable;
he only had to load Black’s pieces with defensive duties. Good
is 36.Tcc7, containing the cavalry and hinting about Ta7. However,
Black still has the initiative; for example, 36...g3!? is interesting.
36...Se8! (a strong maneuver, allowing to get rid of the White’s
rooks and free his own) 37.f3? (?) There is a good verb
for such moments of struggle – to drift. White begins to drift
very quickly, and medicine is already helpless. Better is 37.Tc1
followed by «h»:
37...Sd6 38.Tbc7 Se4. 37...g3! (Topalov’s nailing pawn – remember
the first game! – is successfully hammered)
38.Tc1 Sef6 39.f4 Kd6 40.Kf3 Sd5. We shall not shy away
from assessing this position as won for Black. White has no counterarguments
against activating a8-rook and d7-knight, after which the White’s
pawns looks like targets in a shooting gallery...
41.Kxg3. Speeding up the process. White is lost after more
tenacious 41.Tb5 S7f6 42.Tcc5 Th8 43.Txa5 Th1 44.Tc4 Tf1+ 45.Kxg3
Se4+.
41...Sc5 42.Tg7 (42.Tb5 does not save, too: 42…Se4+ 43.Kh2
Sec3 44.Tb7 Th8+ followed by a fork from ?2)
42...Tb8 43.Ta7 Tg8+ 44.Kf3 Se4 45.Ta6+ Ke7 46.Txa5 Tg3+ 47.Ke2
Txe3+. Also convincing is 47...Txg2+ 48.Kd3 Td2+ 49.Kc4 Sd6+
50.Kc5 Sb7+ 51.Kb5 Sxa5 52.Kxa5 Tb2–+.
48.Kf1 Txb3 49.Ta7+ Kf6 50.Ta8 Sxf4 51.Ta1 Tb2 52.a5 Tf2+. White
resigns. 0 : 1
Eine unerwartete Wende des Wettkampfs! Zum Schluss meines
Kommentars kann ich Kramnik zitieren: "Es war nicht mein
Tag..."
Kommentar
+ Analyse: GM Wladimir Bjelow
Die
8. WM-Partie ist im Tages-Anzeiger vom 7.10.06 (S.40) von
IM Beat Züger ausführlich auf Deutsch kommentiert
und analysiert,
ebenso in der NZZ vom 13. Oktober..
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Partie
9:
Topalow , Wesselin (2813) - Kramnik, Wladimir (2750)
Chess Championship Elista (9), 7.10.2006
1.d4 d5
2.c4 c6 3Sf3 Sf6. 4.e3 Lf5 5.Sc3 e6 6.Sh4 Lg6 7.Sxg6 hxg6 8.a3
Sbd7 9.g3 Le7 10.f4 dxc4 11.Lxc4 0-0 12.e4 b5 13.Le2 b414.axb4
Lxb4 15.Lf3 Db6 16. 0-0 e5 17.Le3 Tad8 18.Sa4 Db8 19.Dc2 exf4
20.Lxf4 Db7 21.Tad1 Tfe8 22.Lg5 Le7 23.Kh1 Sh7 24.Le3! Lg5 25.Lg1!
Shf8 26.h4 Le7 27.e5 Sb8 28.Sc3 Lb4 29.Dg2 Dc8 30.Tc1 Lxc3 31.bxc3
Se6 32.Lg4 Dc7 33.Tcd1 Sd7 34.Da2 Sb6 35.Tf3 Sf8 36.Tdf1 Te7 37.Le3
Sh7? 38.Txf7 Sd5 39. T7f3! (s. Diagramm) 1 : 0
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Partie
10:
Kramnik, Wladimir (2750) - Topalow , Wesselin (2813)
Chess Championship Elista (10), 8.10.2006
Katalanisch [E04]
Mit zwei
Siegen in Folge veränderte Topalow das Bild des Turniers radikal
-- jetzt muss Kramnik unbedingt gewinnen. Wladimir hat noch zweimal
Weiss, wird aber heute noch nicht die Brücken hinter sicher verbrennen.
Wir erinnern uns an das WM-Match von Brissago, als Kramnik den
entscheidenden Sieg auf die letzte Partie verschob. Auch in Dortmund
gewann er gegen Lékó erst in der Schlussrunde. Die Spannung bleibt
also bis zuletzt bestehen.
1.d4 Sf6
2.c4 e6 3.Sf3 d5. Topalow wählt verständlicherweise das Damengambit,
das für Schwarz am aussichtsreichsten ist.
4.g3. Kramnik bleibt dagegen seiner Lieblingseröffnung
(katalanisch) treu.
4....Lb4+. In der 1. und 3. Partie schlug Wesselin auf
c4. Diesmal wählt er eine stärkere Fortsetzung.
5.Ld2
Le7 6.Lg2 0-0 7.0-0 c6 8.Lf4 Sbd7 9.Dc2 a5. Während Topalow
wie gewöhnlich sehr schnell zog, brauchte Wladimir hier viel Bedenkzeit.
Die Diagrammstellung ist längst bekannt, z.B. aus der klassischen
Partie Andersson - Spasski (Turin, 1982), die nach 10.Td1 a4 11.Se5
Da5 12.Sd2 Sxe5 13.Lxe5 Sg4 14.Sf3 Sxe5 15.Sxe5 Td8 16.e3 Ld7
17.Sxd7 Txd7unentschieden endete.
10.Td1 Sh5 11.Lc1 b5. Auch das hat man schon gesehen. Nach
12.c5 f5 folgte 13.Sc3 g5 14.a3 Lf6 15.Dd2 h6 16.h4 g4 17.Dxh6
gxf3 18.Dxh5 fxg2 19.Dg6+ Kh8 20.Dh6+ mit ewigem Schach (Rachman
Siaur - Chaim Magami 2003)
12.cxd5 (eine Neuerung!)12. ... cxd5 13.e4. Ein
interessanter Zug -- wie wird Schwarz antworten?
13... dxe4. Topalow kennt das alles. Seine Antwort lässt nicht
auf sich warten.
14.Dxe4 Tb8. Endlich bremst der Bulgare ab.
15.De2. Beachtung verdient 15.Se5 mit der Idee, nach 15.
…Sxe5?? und 16.Dxe5 eine Figur zu gewinnen.
15...Shf6. Bringt den Springer ins Spiel zurück und lässt
den Angriff auf den Turm mit 16.Lf4 zu, aber falls 15….Lb7, ist
mit 16.Se5 (und auch mit 16.d5!?) Shf6 17.Lxb7 Txb7 18.Sc6 De8
19.Sxa5 zu rechnen, und Schwarz verliert einen Bauern. Nach 15
Bedenkminuten entschied sich Wladimir trotzdem für den erforderlichen
Zug 16.Lf4
16.Lf4 Tb6 17.Se5 (s. Diagramm) Ein entscheidender
Moment in dieser Partie. Wie es scheint, hat Weiss die Initiative
ergriffen. Schwarz hat die Wahl zwischen 17...Sxe5 18.dxe5 Sd5,
sofortigem 17...Sd5 und, sagen wir, 17...La6. Alle diese Fortsetzungen
haben ihre Schwächen; daher müssen alle Varianten unbedingt genau
berechnet und gegeneinander abgewogen werden.
17...Sd5 18.Lxd5. Jetzt ist sowohl 18. …exd5 als auch
der Zwischenzug 18….Sxe5 möglich. Wie es aussieht, verliert Schwarz
einen Bauern, hat aber gute Kompensation dafür.
18...exd5 19.Sc3. Vermutlich erwägt der Bulgare die Fortsetzung
19….d4, um die Diagonale h1-a8 für den weissfeldrigen Läufer zu
öffnen. Schauen wir das genauer an: Unangenehm für Schwarz sieht
20.Le3!? aus, worauf Schwarz natürlich die Dame opfern, aber nach
20….dxe3 21.Txd8 exf2+ 22.Kxf2 Txd8 nicht auf Rettung hoffen kann.
19...Sf6 20.Sxb5 La6 21.a4 Se4 (s. Diagramm) Topalow
wählt zweifellos den besten und stärksten Zug. Er hat Kompensation
für den Bauern, nur ist nicht klar, ob das ausreicht.
22.Tdc1 De8 23.Tc7. Eindrücklich, wie aktiv die weissen
Figuren sind. Die Stellung hat konkret-taktischen Charakter. Zur
Vereinfachung kann z.B. die forcierte Zugfolge 23...Ld8 24.Ta7
Lxb5 25.axb5 Dxb5 26.Dxb5 Txb5 usw. führen.
23...Ld8 24.Ta7. Die Kontrahenten spielen genau unsere
Variante. Es riecht nach Remis.
24...f6?! Was soll das - will Schwarz etwa auf Sieg spielen?
Wohl eher umgekehrt: In der Variante 25.Sd7 Tf7 26.Sxb6 Txa7 27.Sxd5
verliert Schwarz noch einen Bauern. Oder führt Topalow etwas anderes
im Schilde?
25.Sd7 (s. Diagramm) Kramnik lässt sich nicht
zum Mattangriff 25.Dg4 verleiten und hat recht damit.
25...Tf7. 26.Sxb6 Txa7 27.Sxd5 Td7. Nun geht die Partie
in die oben aufgezeigte Variante über. Mit dem Fehler im 24. Zug
hat sich Schwarz an den Rand der Niederlage gebracht und kann
nur noch auf die Stärke seiner Läufer in einer offenen Stellung
und auf die Hilfe höherer Mächte setzen (wir denken dabei nicht
an Danailow!)
28.Sc3 Txd4. Wesselin spielt mit dem Feuer! Was hat er
auf 29.f3!? geplant? Nach 29...Lb6 30.Kg2 Lxb5 31.Sxb5 Tb4 32.Te1
hat Weiss entscheidendes Übergewicht.
29.Te1. Nein, Kramnik spielt einen stärkeren Zug als f3.
Zu beachten ist, dass er für 11 Züge nur noch 17 Minuten Zeit
hat.
29... f5 30.Dc2. Topalow hat auf dem Brett einen Brand
entfacht, in welchem er selbst verbrennt. Eine Rettung ist nicht
in Sicht.
30...Tb4 (s. Diagramm)
31.Sd5 Txb5 32.axb5 Dxb5. Weiss hat die Qualität gewonnen,
und nichts sollte Kramnik hindern, die Partie zu gewinnen. Zudem
hat Schwarz seine Königsstellung entblösst.
33.Sc7 Dc4 34.Dd1. Seltsam, dass Kramnik dem Damenabtausch
ausweicht. Nach 34.Dxc4 Lxc4 35.Ta1 hätte Weiss wohl leicht gewinnen
können.
34...Lxc7 35.Dd7 h6 36.Dxc7 Db4. Aber jetzt wird Kramnik
wohl abtauschen?
37.Db8+. Tatsächlich Abtausch!
37...Dxb8 38.Lxb8 (s. Diagramm) In solchen
Stellungen wird in der Regel nicht mehr weitergespielt, selbst
auf den allerniedrigsten Spielstufen…
38...Sd2. Jetzt kann Weiss mit 39. Te7! den Kampf
entscheiden.
39.Ta1. Auch so geht es. Einfach mit Bauerngewinn.
39...g5. Noch eine "psychologische" Attacke.
40.f4. Jedenfalls schafft Kramnik freien Raum für seinen
König -- die Zeitkontrolle ist erreicht.
40...Sb3 41.Ta3 Lc4 42.Lc7. Kommentar überflüssig -- Zeit,
die Notationsformulare zu unterzeichnen!
42...g4. Topalow ist unerbittlich. Bitteschön, worauf
hofft er noch, oder kann er das Unabwendbare einfach nicht akzeptieren?
43.Lxa5. Das war's. Die Partie ist zu Ende. 1 - 0
Kramnik
hat wieder den Gleichstand erreicht. Durch eine interessante Neuerung
in einer gut bekannten Variante hat Wladimir die Initiative erkämpft.
Bis hier hat Topalow genau gespielt, aber sein grober Schnitzer
im 24. Zug führte zum 2. Bauernverlust und zu einer schwierigen
Stellung. Kramnik realisierte seinen Vorteil mit Überzeugung und
genauem Spiel, ohne seinem Gegner eine einzige Chance zu lassen.
Das Turnier hat seinen Höhepunkt erreicht; zwei Partien sind noch
zu spielen, und aller Wahrscheinlichkeit nach wird das Turnier
im Tie-break entschieden.
Kommentar
+ Analyse: Sergej Ságrjebelnyi
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Stellung
nach 17.Se5 .....Stellung nach 21.a4 ..........Stellung nach 25.Sd7........Stellung
nach 30.Dc2.........Stellung nach 38..Lxb8
Die
10. WM-Partie ist im Tages-Anzeiger vom 14.10.06 (S.36)
von IM Beat Züger ausführlich auf Deutsch kommentiert
und analysiert.
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Partie
11:
Topalow , Wesselin (2813) - Kramnik, Wladimir (2750)
Chess Championship Elista (11), 10.10.2006
1.d4.
Eröffnungen mit e4 haben wir in diesem Match noch nicht gesehen.
1... d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.e3 Bf5 5.Sc3 e6 6.Sh4 Lg6 7.Sxg6
hxg6.
8.Tb1!? Eine neue Fortsetzung anstelle von a3. 8...Sbd7
9.c5. Hier verbrauchte Kramnik viel Bedenkzeit.
9...a5 10.a3 e5!? 11.b4 axb4 12.axb4 Dc7 Keine Vorbereitung
der langen Rochade, sondern der Bauer h2 wird anvisiert.
13.f4. Schwarz kann das Zentrum abriegeln oder auf f4 schlagen.
Letzteres ist vorzuziehen.
13...exf4 14.exf4 Le7.
15.Le2 Sf8 16.0-0 Se6. Weiss droht f5, muss aber zum Schutz
von h2 zuerst den Zwischenzug g3 einschalten.
17.g3 Qd7. Schwarz vereitelt den Bauernvorstoss nach f5 und
zielt auf das Feld h3. Wie gewohnt hat Kramnik viel mehr Bedenkzeit
verbraucht -- über eine halbe Stunde!
18.Qd3 Se4!? 19.Sxe4 dxe4 20.Qxe4 Qxd4+ 21.Qxd4 Sxd4 22.Lc4.
22...0-0.
23.Kg2 Ra4. "Richtig" wäre Tfd8 oder e8
gewesen, doch Kramnik droht direkt Lxc5!
24.Rd1. Eine taktische Falle: nach 24…Lxc5 25.Le3! Se6
26.Lb3! Rxb4 27.Lxc5 Sxc5 28.Lxf7+! Rxf7 29.Rxb4 verliert Schwarz
die Qualität.
24…Rd8 25.Le3 Lf6 26.g4. Topalow greift gradlinig an. Aus
irgendeinem Grund passt ihm die ruhigere Turmverdoppelung auf
der d-Linie nicht. 26…Kf8 27.Lf2. 27…g5 wird mit 28.Sf5
beantwortet.
27…Se6 28.Rxd8 Lxd8 29.f5?! Nachdem Topalow "Vorwärts
- marsch!" kommandiert hat, will er seine Armee nicht mehr
stoppen.
29…gxf5 30.gxf5 gxf5 Sf4+ 31.Kf3 Sh5 32.Rb3 Lc7 33.h4 Sf6.
34.Ld3. Eine merkwürdige Entscheidung. Warum dem Springer
freiwillig das ideale Feld d5 überlassen?
34…Sd7 35.Le4 Se5+ 36.Kg2 Ra2. Nach dieser klassischen
Umgruppierung ergreift Schwarz die Initiative.
37.Lb1 Rd2 38.Kf1 Sg4 39.Lg1 Lh2. Nimmt Weiss seinen wichtigsten
Trumpf, das starke Läuferpaar.
40.Ke1 Rd5 41.Lf2. Hat Schwarz reale Chancen, auf Sieg
zu spielen?
41...Ke7 42.h5 Sxf2 43.Kxf2 Kf6 44.Kf3 Rd4. Der Abtausch der
Bauern auf dem Königsflügel scheint unabwendbar, und
selbst wenn Schwarz den h-Bauern gewinnen sollte, ist das Remis
programmiert.
45.b5 Rc4 46.bxc6 bxc6 47.Rb6 Rxc5 48.Le4 Kg5 49.Rxc6 Ra5.
50.Rb6 Ra3+ 51.Kg2 Lc7 52.Rb7 Rc3 53.Kf2. Der König strebt
nach e2, der weisse Läufer nach d3, und das Remis ist perfekt.
55...Kg4 56.Le4 Kf4 57.Ld3 Rc5 58.Rb4+ Kg3 59.Rc4 Re5+.
60.Re4 Ra5. Topalow kann einen Bauern gewinnen mit 61.Re7
Ra2+ 62.Kd1 Lf4 63.Rxg7+ , bekommt aber nach 63...Kf2 vermeidbare
Probleme. 61.Re3+. Natürlich -- die Konsolidierung
der weissen Figuren ist wichtiger als die Eroberung des unnützen
Bauern auf g7.
61...Kg2 62.Le4+ Kh2 63.Rb3 Ra2+ 64.Kd3 Lf4 65.Kc4 Re2
66.Kd5. .................1/2
- 1/2
Topalow konnte
also seinen Weissvorteil nicht verwerten. Zwar erhielt er nach
einer interessanten Neuerung im 8. Zug leichtes Übergewicht,
aber Kramnik konnte mit einer Entlastungsoperation ins Endspiel
überleiten. Von da an spielte Topalow sehr unsicher und hätte
beinahe verloren, fand aber im richtigen Moment einen Weg zum
Unentschieden.
Kommentar:
Sergej Ságrjebelnyi
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Partie
12:
Kramnik, Wladimir (2750) - Topalow , Wesselin (2813)
Chess Championship Elista (12), 12.10.2006
1.d4
d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.e3 Lf5 5.Sc3 e6 6.Sh4 Lg6 7.Sxg6 hxg6.
Vertauschte Rollen: Jetzt wählt
Topalow die zuvor von Kramnik gespielte Fortsetzung.
8.g3 Sbd7 9.Ld2 Lb4 . Eine
neue Fortsetzung
10.Qb3 Lxc3 11.Lxc3 Se4 12.Lg2 Sxc3 13.Qxc3 f5 14.0-0 Qe7
15.cxd5 exd5 16.b4 Sf6 17.Rfc1 Se4 18.Qb2 0-0. Lässt
den Zug b5 zu.
19.b5 Rac8 20.bxc6 bxc6 21.Qe2 g5. Wie nicht anders zu erwarten
war!
22.Rab1. 22...Qd7 23.Rc2 Rf6 24.Rbc1. 24...g4. 25.Rb2.
25...Rh6 26.Qa6.
26...Rc7. Nein, so geht die Partie doch nicht zu Ende.
27.Rb8+ Kh7 28.Qa3.
28...Rb7 29.Qf8 Rxb8 30.Qxb8 Qf7.
31.Qc8 Qh5 32.Kf1!
32...Sd2+ 33.Ke1 Sc4.
34.Lf1 Rf6.
35.Lxc4 dxc4 36.Rxc4 Qxh2
37. Ke1 Dh1 38. Tc5 Db1 39. Da6 Db2+ 40. Kf1 Db1+
41. Ke2 Db2+ 42. Kf1 Th6 43. Dd3 g6 44. Db3 Th1+
45. Kg2 Th2+! 46. Kxh2 Dxf2+ 47. Kh1 Df1+ ................1/2
- 1/2
Kommentar:
Sergej Ságrjebelnyi
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Rapidpartie
1
Tie-break
:
[Protest
von Kramnik noch hängig]
Topalow
, Wesselin (2813) - Kramnik,
Wladimir (2750)
Chess Championship Elista (13), 13.10.2006
1.d4 d5
2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 dxc4 5.a4 Lf5 6.e3 e6 7.Lxc4 Lb4 8.0-0
Sbd7 9.De2 0-0 10.e4 Lg6 11.Ld3 Lh5 12.e5 Sd5 13.Sxd5 cxd5 14.De3
Te8 15.Se1 Tc8 16.f4 Lxe1 17.Txe1 Lg6 18.Lf1 Tc2 19.b3 Da5 20.Lb5
Td8 21.Te2 Tcc8 22.Ld2 Db6 23.Tf2 a6 24.Lf1 Tc6 25.b4 Tc2 26.b5
a5 27.Lc3 Txf2 28.Dxf2 Da7 29.Dd2 Ta8 30.Tc1 Sb6 31.Lb2 Sxa4 32.La3
h6 33.h3 Le4 34.Kh2 Sb6 35.Lc5 a4 36.Ta1 Sc4 37.Lxc4 b6 38.De3
Tc8 39.Lf1 bxc5 40.dxc5 40...Dxc5 41.Dxc5 Txc5 42.
b6 Tc6 43.b7 Tb6 44.La6 d4 45.Txa4 Lxb7 46.Lxb7 Txb7 47.Txd4 ................1/2
- 1/2
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Rapidpartie
2
Tie-break
:
Kramnik, Wladimir (2750) - Topalow , Wesselin (2813)
Chess Championship Elista (14), 13.10.2006
1.d4
d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3
e6 5.e3 Sbd7 6.Dc2 Ld6 7.b3
0-0 8.Le2 b6 9.0-0 Lb7 10.Lb2 Tfe8 11.Tad1 De7 12.Tfe1 Tac8 13.Ld3
e5 14.e4 (Diagramm)
14. ... dxc4 15.Lxc4
b5 16.Lf1 g6 17.Dd2 Tcd8 18.Dg5 a6 19.h3 exd4 20.Sxd4 De5 21.
Dxe5 Sxe5 22.Sc2 g5 23.Lc1 h6 24.Le3 c5 25.f3 Lf8 26.Lf2 Lc8 27.Se3
Le6 28.Sd5 Lxd5 29.exd5 Sed7 30.Txe8 Txe8 31.a4 b4 32.Se4 Sxe4
33.fxe4 Sf6 34.d6! Sxe4 35.d7 Td8 36.Lxa6 f5 37.a5! Lg7 38.Lc4+
Kf8 39.a6 Sxf2 40.Kxf2 Ld4+ (Diagramm) 41.Txd4!
cxd4 42.a7 Ke7 43.Ld5 Kxd7 44.a8=D Txa8 45. Lxa8 .........1 :
0
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..
.
Stellung
nach 14. e4 .........................Stellung
nach 40. ... Ld4+ .................Stellung
nach 45.Lxa8
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Rapidpartie
3
Tie-break
:
Topalow
, Wesselin (2813) - Kramnik,
Wladimir (2750)
Chess Championship Elista (15), 13.10.2006
1.d4
d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4. e3
Lf5
5.Sc3
e6
6.Sh4 Lg6
7.Le2 Sbd7 8.0-0 Ld6 9.g3 dxc4 10.Lxc4 Sb6 11.Le2 0-0 12.Sxg6
hxg6 13.e4 e5 14.f4 exd4 15.Dxd4 De7 16.Kg2 Lc5 17.Dd3 Tad8 18.Dc2
Ld4 19.e5 Sd5 20.Tf3 Sxc3 21.bxc3 Lc5 22.Ld2 Td7 23.Tae1 Tfd8
24.Ld3 De6 25.Lc1 f5 26.De2 Kf8 27.Td1 De7 28.h4 Td5 29.Dc2 Sc4
30.Th1 Sa3 31.De2 Dd7 32.Td1 b5 33.g4 fxg4 34.Tg3 Ke7 35.f5 gxf5
36.Lg5+ Ke8 37.e6 Dd6 38.Lxf5 Txd1 39.Lg6+ Kf8 40.e7! Dxe741.
Lxe7 Lxe7 42.Ld3 Ta1 43.Db2 Td1 44.De2 Ta1 45.Dxg4 Txa2+ 46.Kh3
Lf6 47.De6 Td2 48.Lg6 T2d7 49.Tf3 b4 50.h5 (s.Diagramm)
..................1
: 0
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Rapidpartie
4
Tie-break
:
Kramnik, Wladimir (2750) - Topalow , Wesselin (2813)
Chess Championship Elista (16), 13.10.2006
1.d4
d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 e6 5.e3 Sd7 6.Ld3 dxc4 7.Lxc4 b5 8.Le2
Lb7 9.0-0 Le7 10.e4 b4 11.e5! bxc3
12.exf6 Lxf6 13.bxc3 c5 14.dxc5 Sxc5 15.Lb5+
Kf8 16.Dxd8 Txd8 17.La3Tc8 18.Sd4 Le7 19.Tfd1 a6 20.Lf1 Sa4 21.Tab1
Le4 22.Tb3 Lxa3 23.Txa3 Sc5 24.Sb3 Ke7 25.Td4 Lg6 26.c4 Tc6 27.Sxc5
Txc5 28.Txa6 Thb8 29.Td1 Tb2 30.Ta7+ Kf6 31.Ta1 Tf5 32.f3 Te5
33.Ta3 Tc2 34.Tb3 Ta5 35.a4 Ke7 36.Tb5! Ta7 37.a5 Kd6 38.a6 Kc7
39.c5 Tc3 40.Taa5 Tc1 41.Tb3 Kc6 42.Tbb6+ Kc7 43.Kf2 Tc2+ 44.Ke3
Txc5?? Der Zug, der den Weltmeistertitel
kostete! (s.Diagramm)
45.Tb7+!
1 : 0
Schwarz verliert einen Turm und damit die Partie. [Kramnik kommentierte,
dass die Stellung ohnehin für ihn gewonnen war.]
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FIDE-Präsidiumssitzung
An
der Quartalssitzung des Präsidiums des Weltschachverbandes
FIDE vom 22./23.9.2006 in Elista wurden einige wichtige Beschlüsse
gefasst und bekanntgegeben.
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Mit Spannung
erwartet wurden die Informationen über die Modalitäten
der Durchführung der nächsten Weltmeister-schaften.
Dazu teilte FIDE-Präsident Iljumschinow mit, dass es
nicht gelungen sei, Ausrichter für die bis Ende 2006 geplanten
WM-Kandidatenwettkämpfe zu finden. Als Ausweg aus diesen
Schwierigkeiten schlug er vor, statt der geplanten 8 Einzelwettkämpfe
ein "Round-Robin"-Turnier (alle gegen alle) durchzuführen,
an dem alle für die WM-Ausscheidung qualifizierten 16 Grossmeister
teilnehmen würden. Er fügte die Einladung an, dieses
Turnier könne in Elista durchgeführt werden. Als Datum
wurde der April 2007 genannt. -- Die vorgeschlagene Änderung
des seit Januar geplanten Durchfüh-rungsmodus löste
teils heftige Reaktionen aus. So veröffentlichte GM Boris
Gelfand ein Protestschreiben an die FIDE, in dem er Schadenersatzforderungen
stellt.
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Präsident
Iljumschinow gab auch Pläne bekannt, wie der Weltverband
FIDE in den nächsten vier Jahren zu einer finanziell stabilen
und einflussreichen internationalen Sportorganisation aufgewertet
werden könnte. Insbesondere mit dem Internatio-nalen Olympischen
Komitee (IOK) wird eine engere Zusammenarbeit angestrebt, wenn
auch die Anerkennung des Schach-sports als olympische Disziplin
bis auf Weiteres vertagt worden ist. Auch mit dem internationalen
Fussballverband (FIFA) sind Gespräche im Gange. Bis im Dezember
soll ein Lizenzabkommen mit einer noch zu gründenden kommerziellen
Tochtergesellschaft ausgearbeitet werden, die wohl hauptsächlich
PR- und Marketingaufgaben haben wird. Zum PR- und Marketingdirektor
des FIDE wurde der Ungar Peter Rajscanyi ernannt.
Die
Organisationsstruktur des Verbands wurde überprüft und
den einzelnen Präsidiumsmitglieder funktionelle Verantwor-tungsbereiche
zugewiesen. Ferner
wurden der Voranschlag für 2007 sowie der Turnierkalender
2007/08 verabschiedet.
Die Rating-Änderungen der Spieler und Schiedsrichter, die
die FIDE-Normen für die entsprechenden Titel erfüllt
haben, wurden homologiert.
Die nächste Quartalssitzung findet im Dezember im Amsterdam
statt.
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